Zur Trinkwasserinstallation gehören alle Leitungen und Armaturen ab dem Wasserzähler bis zu den Zapfstellen. Für diesen Teil ist die Eigentümerseite verantwortlich. Die Frist für Bleileitungen ist am 12. Januar 2026 abgelaufen: Seitdem dürfen Trinkwasserleitungen und Teilstücke aus Blei nicht mehr betrieben werden. Wer noch Bleileitungen im Haus hat, sollte jetzt handeln. Hamburg gehört zu den Regionen, in denen Bleirohre bis in die 1970er Jahre verbaut wurden.
Bleileitungen oder alte Stahlrohre im Haus? Wir prüfen und erneuern.
📞 040 – 870 62 42Was zur Trinkwasserinstallation gehört
Die Trinkwasserinstallation beginnt hinter dem Wasserzähler und endet an den Entnahmestellen. Bis zum Zähler reicht die Verantwortung des Wasserversorgers, dahinter die der Eigentümerseite.
| Abschnitt | Verantwortlich |
|---|---|
| Versorgungsleitung in der Straße | Wasserversorger |
| Hausanschlussleitung bis einschließlich Wasserzähler | Wasserversorger |
| Hauptverteilung ab Zähler | Eigentümerseite |
| Steigleitungen und Stockwerksleitungen | Eigentümerseite |
| Trinkwassererwärmer und Zirkulation | Eigentümerseite |
| Armaturen und Entnahmestellen | Eigentümerseite |
Diese Grenze hat Folgen, die über die Kostenfrage hinausgehen. Das Wasser, das der Versorger liefert, entspricht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Was danach im Gebäude mit dem Wasser passiert, liegt in der Verantwortung der Eigentümerseite. Alte Leitungsmaterialien, Stagnation und zu niedrige Warmwassertemperaturen können die Qualität auf dem Weg zum Wasserhahn verschlechtern.
Bleileitungen: Die Frist ist abgelaufen
Nach der seit dem 24. Juni 2023 geltenden Trinkwasserverordnung mussten Trinkwasserleitungen und Teilstücke aus Blei bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt werden. Die Frist ist verstrichen.
Blei kann aus den Rohrwänden ins Trinkwasser übergehen, besonders wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung steht. Schon geringe Mengen gelten als gesundheitlich bedenklich, vor allem für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder. Der Grenzwert liegt derzeit bei 10 Mikrogramm je Liter und wird zum 12. Januar 2028 weiter gesenkt. Mit Bleirohren lässt er sich praktisch nicht einhalten.
Seit 1973 dürfen in Deutschland keine Bleileitungen mehr verbaut werden. In Süddeutschland waren sie schon lange vorher kaum noch üblich, in Nord- und Ostdeutschland dagegen bis Anfang der 1970er Jahre verbreitet. Hamburg gehört deshalb zu den Regionen mit erhöhtem Handlungsbedarf, vor allem im Altbaubestand und in Häusern aus der Nachkriegszeit.
Was Eigentümer jetzt tun müssen
Installation prüfen lassen
Wenn das Gebäude vor 1973 errichtet wurde und keine vollständige Erneuerung der Trinkwasserleitungen dokumentiert ist, lassen Sie die sichtbaren Leitungen im Keller und im Hausanschlussbereich prüfen. Liegen Sanierungsunterlagen vor, geben sie Auskunft darüber, welche Abschnitte bereits erneuert wurden.
Austausch oder Stilllegung beauftragen
Wird Blei gefunden, beauftragen Sie umgehend einen Fachbetrieb mit dem Austausch oder der Stilllegung. Stilllegen bedeutet, dass der betroffene Abschnitt vom Netz getrennt und durch eine neue Leitung ersetzt wird. Dokumentieren Sie das Datum der Beauftragung, es kann für eine Fristverlängerung entscheidend sein.
Bewohner informieren
Die Bewohner sind unverzüglich über die Bleiinstallation zu informieren, sobald die Eigentümerseite davon Kenntnis hat, und darüber, wann der Austausch erfolgt. Bei Vermietung gilt das für alle Mietparteien, bei einem Verkauf auch gegenüber Kaufinteressenten.
Bezirksamt einbinden
In Hamburg ist das Datum der Maßnahme dem zuständigen Bezirksamt mitzuteilen. Kann das beauftragte Unternehmen die Arbeiten aus Kapazitätsgründen nicht sofort ausführen, ist dort ein Antrag auf Fristverlängerung zu stellen. Dafür brauchen Sie den Nachweis der Beauftragung.
Bleirohre erkennen
Blei ist grau, weich und nicht magnetisch. Drei einfache Tests grenzen es von Stahl und Kupfer ab. Schauen Sie dort nach, wo die Leitung sichtbar ist, meist im Keller hinter dem Wasserzähler.
| Test | Blei | Verzinkter Stahl | Kupfer |
|---|---|---|---|
| Farbe der Oberfläche | mattgrau | grau bis silbrig | rötlich bis braun, teils grünlich |
| Magnet haftet | nein | ja | nein |
| Klang beim Anklopfen | dumpf | hell, metallisch | hell, metallisch |
| Mit Messer anritzen | leicht, silbrig glänzend | kaum möglich | kaum, kupferfarben |
| Verlegung | weiche Bögen, unregelmäßiger Durchmesser | gerade, Gewindeverbindungen | gerade, Lötverbindungen oder Pressfittings |
Weitere Altmaterialien im Bestand
Neben Blei finden sich im Hamburger Altbau vor allem verzinkte Stahlleitungen. Sie sind nicht verboten, aber nach Jahrzehnten häufig am Ende ihrer Lebensdauer.
| Material | Typisches Problem | Anzeichen |
|---|---|---|
| Verzinkter Stahl | Korrosion von innen, Querschnitt verengt sich | braunes Wasser nach Stillstand, sinkender Druck |
| Verzinkter Stahl im Warmwasser | beschleunigte Korrosion | Rostflecken im Becken, Lochfraß |
| Mischinstallation Stahl und Kupfer | Kontaktkorrosion bei falscher Fließrichtung | Undichtigkeiten an Übergängen |
| Alte Kupferleitungen | meist langlebig, abhängig von der Wasserbeschaffenheit | selten Probleme, grünliche Verfärbungen an Armaturen möglich |
Braunes Wasser nach einer Nacht oder nach dem Urlaub, spürbar nachlassender Wasserdruck an entfernten Zapfstellen und Rostspuren im Becken sind die klassischen Signale einer korrodierenden Stahlinstallation. Sie deuten darauf hin, dass sich der Leitungsquerschnitt durch Ablagerungen verengt und die Rohrwand dünner wird. Irgendwann folgt der Rohrbruch, meist an einer Stelle, die unter Putz liegt.
Welche Materialien heute verwendet werden
Für neue Trinkwasserleitungen werden heute vor allem Kupfer, nichtrostender Edelstahl und Mehrschichtverbundrohr eingesetzt. Welches Material passt, hängt von Wasserbeschaffenheit und Einbausituation ab.
| Material | Stärken | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Kupfer | bewährt, langlebig, formstabil | Verteilung, Stockwerksleitungen |
| Nichtrostender Edelstahl | sehr korrosionsbeständig, hygienisch | Hauptverteilung, Steigleitungen, größere Anlagen |
| Mehrschichtverbundrohr | flexibel, leicht, einfache Verarbeitung | Stockwerksleitungen, Sanierung im Bestand |
Bei fachgerechter Planung und Ausführung sind Lebensdauern von 40 bis 50 Jahren üblich. Entscheidend für die Haltbarkeit ist weniger das Material allein als die richtige Kombination mit der Wasserbeschaffenheit, die fachgerechte Verbindungstechnik und die Vermeidung von Stagnation.
Wie eine Erneuerung abläuft
Bestandsaufnahme
Wir nehmen Material, Verlauf und Zustand der vorhandenen Leitungen auf, identifizieren Blei- und Stahlabschnitte und prüfen Wasserzähler, Hauptabsperrung, Trinkwassererwärmer und Zirkulation. Daraus ergibt sich, ob einzelne Abschnitte ersetzt oder die Installation insgesamt erneuert werden sollte.
Planung nach DIN 1988
Die neue Installation wird nach den anerkannten Regeln der Technik dimensioniert. Dabei geht es nicht nur um Durchmesser und Druckverhältnisse, sondern auch um Hygiene: kurze Leitungswege, keine toten Stränge, getrennte und gedämmte Führung von Kalt- und Warmwasser. Diese Punkte entscheiden später über die Wasserqualität an der Zapfstelle.
Installation und Rückbau
Die neuen Leitungen werden verlegt, alte Abschnitte zurückgebaut oder fachgerecht vom Netz getrennt. Stillgelegte Leitungen dürfen nicht als tote Stränge am Netz verbleiben, weil sich darin Wasser staut und Keime vermehren können.
Druckprüfung, Spülung und Übergabe
Vor der Inbetriebnahme wird die Installation einer Druckprüfung unterzogen, um ihre Dichtheit nachzuweisen. Anschließend wird sie gespült, damit Rückstände aus der Montage entfernt werden. Zum Abschluss erhalten Sie ein Übergabeprotokoll mit Prüfergebnissen. Bei der Stilllegung von Bleileitungen dient es zugleich als Nachweis gegenüber dem Bezirksamt.
Wer an der Installation arbeiten darf
Arbeiten an der Trinkwasserinstallation dürfen nur durch den Wasserversorger oder durch ein Unternehmen ausgeführt werden, das in ein Installateurverzeichnis eines Wasserversorgungsunternehmens eingetragen ist. So regelt es die Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser.
Der Hintergrund ist der Schutz des öffentlichen Netzes. Eine fehlerhafte Installation im Gebäude kann nicht nur die eigene Wasserqualität beeinträchtigen, sondern im ungünstigen Fall auch Rückwirkungen auf das Versorgungsnetz haben, etwa durch Rückfließen von Wasser. Deshalb sind Eingriffe an Fachbetriebe mit entsprechender Qualifikation gebunden.
Praktisch bedeutet das: Eigenleistungen an der Trinkwasserinstallation sind nicht vorgesehen. Fragen Sie vor der Beauftragung, ob das Unternehmen die Voraussetzungen erfüllt, und lassen Sie sich die Arbeiten dokumentieren. Bei vermieteten Gebäuden ist diese Dokumentation zugleich Teil der Betreiberpflichten.
Häufige Fragen zur Trinkwasserinstallation
Was gehört zur Trinkwasserinstallation?
Alle Leitungen, Armaturen und Apparate ab dem Wasserzähler bis zu den Zapfstellen, einschließlich Trinkwassererwärmer und Zirkulation. Dafür ist die Eigentümerseite verantwortlich, für die Hausanschlussleitung davor der Wasserversorger.
Bis wann mussten Bleileitungen entfernt werden?
Bis zum 12. Januar 2026 nach der seit Juni 2023 geltenden Trinkwasserverordnung. Die Frist ist abgelaufen. In Hamburg ist das Datum der Maßnahme dem zuständigen Bezirksamt mitzuteilen.
Was tun, wenn jetzt noch Bleileitungen im Haus sind?
Umgehend Austausch oder Stilllegung beauftragen, die Bewohner informieren und das Bezirksamt einbinden. Bei Kapazitätsengpässen des beauftragten Betriebs ist eine Fristverlängerung auf Antrag möglich, dafür die Beauftragung dokumentieren.
Gibt es eine längere Frist für Eigenheime?
Bei selbstgenutzten Eigenheimen ist auf Antrag eine Verlängerung bis zum 12. Januar 2036 möglich, wenn eine Gesundheitsschädigung ausgeschlossen ist. Sie verfällt bei Verkauf oder Erbe. Für vermietete Gebäude gilt sie nicht.
Wie erkenne ich Bleirohre?
Blei ist mattgrau, nicht magnetisch, klingt beim Anklopfen dumpf und lässt sich mit einem Messer leicht anritzen, wobei eine silbrige Stelle erscheint. Typisch sind weiche Bögen und ein unregelmäßiger Durchmesser.
Welche Häuser sind betroffen?
Vor allem Gebäude mit Baujahr vor 1973, weil seitdem keine Bleileitungen mehr verbaut werden dürfen. In Norddeutschland und damit auch in Hamburg waren sie bis Anfang der 1970er Jahre verbreitet.
Welche Rohrmaterialien werden heute verwendet?
Vor allem Kupfer, nichtrostender Edelstahl und Mehrschichtverbundrohr. Die Wahl richtet sich nach Wasserbeschaffenheit und Einbausituation. Bei fachgerechter Ausführung sind 40 bis 50 Jahre Lebensdauer üblich.
Wer darf an der Trinkwasserinstallation arbeiten?
Nur der Wasserversorger oder ein Unternehmen, das in ein Installateurverzeichnis eines Wasserversorgers eingetragen ist. Eigenleistungen sind nicht vorgesehen. 040 – 870 62 42
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