Legionellenprüfung in Hamburg: Pflicht, Fristen und Kosten

Legionellenprüfung Hamburg: Pflicht & Fristen · Scholz Bergmann

Aktualisiert: September 2026 · Scholz Bergmann Sanitärtechnik GbR, Hamburg

Prüfpflichtig sind Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, aus denen Wasser gewerblich oder öffentlich abgegeben wird. Als Großanlage gilt eine Anlage mit mehr als 400 Litern Speicherinhalt oder mit mehr als drei Litern Inhalt in einer Rohrleitung zwischen Erwärmer und Entnahmestelle. Diese beiden Kriterien gelten alternativ. Genau das wird regelmäßig übersehen: Auch ein kleiner Speicher führt zur Prüfpflicht, sobald das Leitungsvolumen die drei Liter überschreitet. Ein- und Zweifamilienhäuser sind ausgenommen.

Anlage prüffähig machen: Probenahmestellen, Temperaturen, Zirkulation.

📞 040 – 870 62 42

Wer ist betroffen?

Die Untersuchungspflicht trifft Betreiber von Großanlagen, aus denen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird. Vermietung gilt dabei als gewerbliche Tätigkeit, auch bei einem einzelnen vermieteten Objekt.

GebäudeUntersuchungspflicht
Vermietetes Mehrfamilienhaus mit Großanlageja, regelmäßig
Hotel, Pension, Pflegeeinrichtung, Schule, Kita, Badja, als öffentliche Tätigkeit
Ein- und Zweifamilienhauskeine routinemäßige Pflicht
Selbstgenutzte Eigentumswohnung ohne Vermietungkeine routinemäßige Pflicht
Wohnung mit eigenem Durchlauferhitzerkeine Großanlage, keine Pflicht
WEG mit vermieteten Einheiten und zentraler Anlageja, die Gemeinschaft ist Betreiberin
Rechtsgrundlage: Maßgeblich ist die Trinkwasserverordnung in der seit Juni 2023 geltenden Fassung. Sie definiert Großanlagen, Untersuchungsintervalle, den technischen Maßnahmenwert und die Pflichten bei Überschreitung. Für die Definition der Großanlage verweist die Praxis zusätzlich auf das DVGW-Arbeitsblatt W 551. Diese Darstellung gibt den Rahmen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte erteilt das zuständige Bezirksamt.

Die 3-Liter-Regel in Metern

Drei Liter Leitungsinhalt sind schneller erreicht, als die meisten Eigentümer annehmen. In einer Leitung mit 25 Millimetern Innendurchmesser genügen dafür gut sechs Meter. Der Inhalt der Zirkulationsleitung wird dabei nicht mitgerechnet.

LeitungInhalt je Meter3 Liter erreicht nach
Innendurchmesser ca. 20 mmrund 0,31 Literrund 9,5 Meter
Innendurchmesser ca. 25 mmrund 0,49 Literrund 6,1 Meter
Innendurchmesser ca. 32 mmrund 0,80 Literrund 3,7 Meter
Innendurchmesser ca. 40 mmrund 1,26 Literrund 2,4 Meter

Maßgeblich ist die Strecke vom Abgang des Trinkwassererwärmers bis zur entferntesten Entnahmestelle. In einem Mehrfamilienhaus über mehrere Geschosse ist diese Strecke praktisch immer länger als zehn Meter. Deshalb sind vermietete Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserbereitung in aller Regel prüfpflichtig, unabhängig von der Größe des Speichers.

Der häufigste Irrtum: Viele Eigentümer schauen nur auf das Typenschild des Speichers. Steht dort ein Wert unter 400 Litern, gehen sie von einer Kleinanlage aus. Das ist falsch, weil die beiden Kriterien alternativ gelten. Ein 300-Liter-Speicher in einem Haus mit langen Steigsträngen erfüllt die Definition der Großanlage über das Leitungsvolumen. Wer sich auf die Speichergröße verlässt, versäumt die Prüfung unter Umständen jahrelang. Die Werte in der Tabelle sind Näherungen zur Orientierung, die verbindliche Ermittlung erfolgt anhand der tatsächlichen Rohrnetzdaten.

Welche Fristen gelten?

Art der AbgabeIntervallBeispiele
Gewerbliche Tätigkeitmindestens alle 3 Jahrevermietetes Mehrfamilienhaus
Öffentliche Tätigkeitzunächst jährlichHotel, Schule, Kita, Bad, Pflegeeinrichtung
Öffentlich mit Verlängerung durch das Amtbis zu 3 Jahre möglichbei unauffälligen Befunden und erfüllten Voraussetzungen
Einrichtungen mit Risikopatientenkeine Verlängerung möglichPflegeeinrichtungen, Kliniken
Nach Überschreitung des MaßnahmenwertsNachuntersuchungen nach Vorgabebis zur nachgewiesenen Abhilfe
Fristen im Kalender führen: Die Drei-Jahres-Frist läuft ab der letzten Probenahme, nicht ab dem Datum des Laborberichts. Wer mehrere Objekte verwaltet, sollte die Termine zentral erfassen und die Beprobung mehrerer Häuser bündeln, weil Labore für Sammeltermine oft günstigere Konditionen anbieten. Ein versäumtes Intervall fällt spätestens dann auf, wenn ein Mieter beim Bezirksamt nachfragt oder ein Verkauf ansteht.

Wie läuft die Prüfung ab?

1

Probenahmestellen prüfen und herrichten

Beprobt wird an definierten Punkten: am Austritt des Trinkwassererwärmers, am Rücklauf der Zirkulation und an mindestens einer Entnahmestelle je Steigstrang, üblicherweise an der entferntesten. Diese Stellen müssen zugänglich und geeignet sein. Fehlen geeignete Entnahmearmaturen, baut der Fachbetrieb sie vorab ein. Ohne diese Vorbereitung kann die Probenahme nicht ordnungsgemäß erfolgen.

2

Probenahme durch zugelassene Stelle

Die Proben dürfen nur von einer nach der Trinkwasserverordnung zugelassenen und akkreditierten Untersuchungsstelle entnommen und ausgewertet werden. Die Probenehmer arbeiten nach festen Vorgaben zu Temperatur, Vorlaufzeit und Desinfektion der Entnahmestelle. Ein Sanitärbetrieb bereitet die Anlage vor, ersetzt aber das akkreditierte Labor nicht.

3

Befund auswerten

Der Laborbericht weist die Konzentration in koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter aus, getrennt nach Probenahmestelle. Damit lässt sich eingrenzen, ob die Belastung systemisch ist oder nur einzelne Stränge betrifft. Bewahren Sie den Bericht auf, er ist der Nachweis der erfüllten Pflicht.

4

Bei Auffälligkeiten handeln

Wird der Maßnahmenwert erreicht oder überschritten, folgen Meldung, Gefährdungsanalyse und technische Maßnahmen. Bleibt der Befund unauffällig, ist die Pflicht mit dem Bericht erfüllt und die nächste Frist beginnt.

Was bei Überschreitung passiert

Der technische Maßnahmenwert liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter. Wird er erreicht, ist in Hamburg das zuständige Bezirksamt unverzüglich zu informieren und der Untersuchungsbefund beizufügen.

Anschließend sind eine Untersuchung zur Klärung der Ursache und eine Gefährdungsanalyse durchzuführen. Diese Analyse betrachtet die gesamte Trinkwasserinstallation: Temperaturführung, Zirkulation, Stagnationsbereiche, Materialien, Dämmung und den baulichen Zustand. Aus ihr ergeben sich die erforderlichen Maßnahmen.

Je nach Höhe des Befunds können zusätzlich Einschränkungen für die Nutzung gelten, etwa ein Duschverbot, und die Bewohner sind zu informieren. Die konkreten Anordnungen trifft das Bezirksamt. Ziel aller Maßnahmen ist es, den Wert dauerhaft unter den Maßnahmenwert zu bringen und das durch Nachuntersuchungen zu belegen.

Eine Desinfektion allein löst das Problem nicht: Eine thermische oder chemische Desinfektion senkt den Wert kurzfristig, beseitigt aber nicht die Ursache. Bleiben zu niedrige Temperaturen, eine unzureichende Zirkulation oder tote Leitungsstränge bestehen, steigen die Werte innerhalb von Wochen bis Monaten wieder an. Nachhaltig wirkt nur die Beseitigung der technischen Ursache. Genau darin liegt die Arbeit des Sanitärfachbetriebs nach einem positiven Befund.

Warum Befunde entstehen

Legionellen vermehren sich vor allem zwischen 25 und 45 Grad. Zu niedrige Warmwassertemperaturen und stehendes Wasser sind deshalb die beiden häufigsten Ursachen.

UrsacheWoran erkennbarAbhilfe
Speichertemperatur zu niedrigunter 60 Grad am AustrittRegelung anpassen, Erzeuger prüfen
Zirkulation unzureichendunter 55 Grad im Rücklauf, lange Wartezeit auf Warmwasserhydraulischer Abgleich, Pumpe prüfen
Stagnation durch Leerstandselten genutzte Wohnungen oder Zapfstellenregelmäßig spülen, Spülplan führen
Tote Leitungssträngestillgelegte, nicht getrennte Abschnittefachgerecht abtrennen oder zurückbauen
Fehlende oder feuchte DämmungKaltwasser erwärmt sich im SchachtDämmung erneuern, Leitungen trennen
Ablagerungen und Korrosionalte Stahlleitungen im AltbauAbschnitte erneuern
Auch das Kaltwasser zählt: Ein oft übersehener Punkt ist die Erwärmung des Kaltwassers. Laufen Kalt- und Warmwasserleitungen ungedämmt im selben engen Schacht oder queren sie beheizte Räume, steigt die Kaltwassertemperatur in genau den Bereich, in dem sich Legionellen vermehren. In Hamburger Altbauten mit nachträglich eingezogenen Installationsschächten ist das ein regelmäßiger Befund. Die Trennung und ordentliche Dämmung beider Leitungen ist deshalb Teil jeder Sanierung nach einem positiven Ergebnis.

Zielkonflikt mit der Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe arbeitet im Heizbetrieb effizient bei 30 bis 35 Grad Vorlauf. Das Trinkwarmwasser einer Großanlage muss dagegen deutlich höhere Temperaturen erreichen. Dieser Konflikt gehört in die Planung, nicht in den Betrieb.

Die Physik dahinter ist eindeutig: Je höher die geforderte Temperatur, desto schlechter die Arbeitszahl der Wärmepumpe. Wer eine Heizungsanlage in einem vermieteten Mehrfamilienhaus auf Wärmepumpe umstellt, muss die Anforderungen an die Trinkwasserhygiene deshalb von Anfang an mitdenken.

Drei Wege sind gebräuchlich. Erstens eine höhere Speichertemperatur, erzeugt durch die Wärmepumpe selbst oder durch einen elektrischen Heizstab, was Effizienz kostet. Zweitens ein zweiter Wärmeerzeuger für die Warmwasserbereitung. Drittens eine Frischwasserstation, die Trinkwasser im Durchfluss erwärmt und dadurch das bevorratete Volumen klein hält, womit sich die Ausgangslage für die Hygiene grundlegend ändert.

Trinkwasserhygiene und Heizungstechnik aus einer Hand: Scholz Bergmann Sanitärtechnik GbR sitzt in der Osterloh 32a in Hamburg-Iserbrook und arbeitet in den Elbvororten, in Altona und im Eimsbütteler Korridor. Wir richten Anlagen prüffähig her, bauen Probenahmearmaturen ein, führen den hydraulischen Abgleich der Zirkulation durch, trennen tote Stränge ab und setzen Maßnahmen nach einem positiven Befund um. Bei Heizungsmodernisierungen planen wir die Warmwasserbereitung so, dass Effizienz und Trinkwasserhygiene zusammenpassen. Passend dazu: Wärmepumpe Hamburg und Heizungswartung Hamburg.

Kosten und Umlagefähigkeit

Die Kosten der regelmäßigen Untersuchung zählen zu den Kosten der Wasserversorgung und sind als Betriebskosten grundsätzlich umlagefähig. Kosten für Sanierungsmaßnahmen nach einem positiven Befund sind es nicht, weil sie zur Instandhaltung gehören.

PositionUmlagefähig?Hinweis
Regelmäßige Probenahme und Laboranalysein der Regel jaKosten der Wasserversorgung
Einbau fehlender Probenahmearmaturenneineinmalige Herstellung, Instandhaltung
Gefährdungsanalyse nach ÜberschreitungneinFolge eines Mangels
Spülung, Desinfektion, SanierungneinInstandsetzung der Anlage
Hydraulischer Abgleich der ZirkulationneinInstandhaltung und Optimierung
Hinweis: Diese Zuordnung beschreibt die übliche Praxis und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Mietvertrag und Einzelfall. Die Laborkosten der Untersuchung selbst hängen von der Anzahl der Probenahmestellen ab und werden vom beauftragten Labor kalkuliert. Die Kosten für die technische Vorbereitung der Anlage nennt Ihnen Scholz Bergmann vor Arbeitsbeginn. Weitere Preisübersichten: Klempner Kosten Hamburg.

Häufige Fragen zur Legionellenprüfung

Wer muss eine Legionellenprüfung durchführen lassen?

Betreiber von Großanlagen, aus denen Wasser gewerblich oder öffentlich abgegeben wird, typischerweise vermietete Mehrfamilienhäuser. Ein- und Zweifamilienhäuser zählen nicht zu den Großanlagen und unterliegen keiner routinemäßigen Pflicht.

Was ist eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung?

Eine Anlage mit mehr als 400 Litern Speicherinhalt oder mehr als drei Litern Inhalt in einer Rohrleitung zwischen Erwärmer und Entnahmestelle. Die Zirkulationsleitung zählt nicht mit. Beide Kriterien gelten alternativ, eines genügt.

Wie oft muss geprüft werden?

Bei gewerblicher Abgabe mindestens alle drei Jahre, bei öffentlicher Abgabe zunächst jährlich. Das Gesundheitsamt kann bei öffentlicher Abgabe auf bis zu drei Jahre verlängern, nicht jedoch bei Pflegeeinrichtungen und Risikopatienten.

Wo liegt der Grenzwert für Legionellen?

Der technische Maßnahmenwert liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter. Bei Erreichen folgen Meldung, Ursachenklärung, Gefährdungsanalyse und Maßnahmen. In Hamburg ist das zuständige Bezirksamt zu informieren.

Gilt die Prüfpflicht auch bei Durchlauferhitzern?

Nein. Dezentrale Erwärmer wie Durchlauferhitzer oder Untertischgeräte erfüllen die Definition der Großanlage nicht. Entscheidend bleibt die konkrete Anlagenkonstellation im Gebäude.

Sind die Kosten auf die Mieter umlegbar?

Die regelmäßige Untersuchung zählt zu den Kosten der Wasserversorgung und ist grundsätzlich umlagefähig. Sanierungsmaßnahmen nach einem positiven Befund sind Instandhaltung und damit nicht umlagefähig.

Welche Temperaturen schützen vor Legionellen?

Legionellen vermehren sich vor allem zwischen 25 und 45 Grad. Bei Großanlagen gelten mindestens 60 Grad am Austritt des Erwärmers und mindestens 55 Grad in der Zirkulation. Zu niedrige Temperaturen und Stagnation sind die Hauptursachen.

Was ist bei einer Wärmepumpe zu beachten?

Der Heizbetrieb läuft mit niedrigen Temperaturen, das Trinkwarmwasser braucht hohe. Gelöst wird das über höhere Speichertemperatur, einen zweiten Wärmeerzeuger oder eine Frischwasserstation. 040 – 870 62 42

Was ist bei längerem Leerstand zu tun?

Leitungen regelmäßig spülen, damit ein Wasseraustausch stattfindet. Dauerhaft stillgelegte Abschnitte fachgerecht vom Netz trennen oder zurückbauen, weil tote Stränge sonst zur dauerhaften Belastungsquelle werden.

Passende Ratgeber & Leistungen

Anlage prüffähig machen oder Befund abstellen?

Probenahmearmaturen, Zirkulationsabgleich, Sanierung nach Gefährdungsanalyse · Fachbetrieb aus Hamburg-West

📞 040 – 870 62 42

Scholz Bergmann Sanitärtechnik GbR · Osterloh 32A · 22589 Hamburg
Google-Profil & Bewertungen →  ·  scholzbergmann.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert